Physik: mangelhaft!

Hier waren keine Profis am Werk

Ein Kälteanlagenbauer muss eine mehrjährige Lehre absolvieren, damit er Kälte- und Klimaanlagen sicher planen und installieren kann. Warum eigentlich? Das wird bei der Betrachtung der beiden Schnappschüsse von Anlagen deutlich, bei denen die Monteure ihre Unkenntnis eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

Einen ganz besonderen klimatechnischen Leckerbissen hat KKA-Leser Matthias Holtz für uns bei einem Besuch der schwedischen Hauptstadt Stockholm abgelichtet. In einem Geschäft für allerlei Kleinkram und Deko-Artikel entdeckte er eine Klimaanlage, die leider das Gegenteil von dem bewirkt, wofür sie installiert wurde. Statt den Raum zu kühlen, heizt sie ihn nämlich auf, da jemand auf die pfiffige Idee gekommen ist, sowohl das Außen- als auch das Innengerät in den Innenraum zu montieren. Während man als Kunde zwar direkt unter dem Deckengerät einen kühlen Kopf behält, gibt es gleichzeitig heiße Ohren durch das „Außen“-Gerät. Einen Satz heiße Ohren hätte auf jeden Fall auch derjenige verdient, der für diese Installation verantwortlich zeichnet. Das Ganze hat aber auch seinen Vorteil: Immerhin muss der findige Monteur bei Wartungsarbeiten nicht mehr nach draußen vor die Tür, um das Außengerät zu begutachten.

Auch bei dem Bild einer Verbundkälteanlage, die KKA-Leser André Knipping für uns entdeckt hat, hat der Installateur eine profunde Fachkenntnis bewiesen. Ob der Handwerker seine Erfahrungen bislang ausschließlich bei Sanitär- und Heizungsanlagen gemacht hat, ließ sich leider nicht ermitteln. Aber die Verwendung von Pressfittings für Wasserrohre im Kältekreislauf lässt diese Vermutung plausibel erscheinen. Interessant ist, dass die Verbundanlage tatsächlich dicht ist. Aber wie lange noch – fragt sich nicht nur André Knipping.

Schnappschuss-Honorar sichern

Herzlichen Dank an unsere KKA-Leser mit dem wachen Blick für kuriose Kälte-Klimalösungen. Ihnen ist das Schnappschuss-Honorar von 50 € pro Bild genauso sicher, wie jedem, dessen Foto in der KKA abgedruckt wird. Wer ebenfalls das Geld einstreichen möchte: Senden Sie einfach ein Foto mit Kurzbeschreibung an: Schnappschuss@bauverlag.de.

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