Italienische Klimakünstler

Schnappschüsse aus Rom und Venedig

Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raffael – Italien ist bekannt für seine berühmten Künstler. Aber Kunst findet man in Italien nicht nur in Form von alten Gemälden und Skulpturen, es gibt auch moderne Objektkünstler im Bereich der Klimatechnik, wie die Schnappschüsse aus Rom und Venedig beweisen.

Klimaanlagen sind bei Architekten nicht besonders beliebt – Vertreter dieser Berufsgruppe stören sich meist sogar an den sogenannten Design-Innengeräten. Da die Bewohner bzw. Nutzer eines Gebäudes aber nicht auf den Komfort einer Klimaanlage verzichten wollen, müssen Lösungen gefunden werden, wie die Innengräte möglichst unauffällig bzw. passend zum übrigen Ambiente in das Interieur integriert werden können. Die KKA-Leser Hans-Alfred Kaut und Sören Menge haben bei ihren jeweiligen Italien-Aufenthalten herrliche Beispiele entdeckt, die belegen, welch hohen künstlerischen Anspruch italienische Architekten an eine klimatechnische Installation haben.

Sören Menge übernachtete mit seiner Gattin im vergangenen Jahr im Art Deco-Hotel in Venedig. Dort praktizierte er das, was viele Kälte-/Klimaexperten zum Leidwesen ihrer Partner/innen meistens tun, wenn sie ein Hotelzimmer betreten: Anstatt sich zuerst über den Ausblick aus dem Fenster auf die venezianischen Kanäle zu erfreuen, richtete er seinen Blick nach oben zur Zimmerdecke, um das Innengerät zu inspizieren. Dort entdeckte er ein besonders schmuckes Gerät, das passend zum Art Deco-Stil des Hotels in der gleichen Goldfarbe gestrichen worden war wie die restliche Wand.

Auch Hans-Alfred Kaut war in Italien unterwegs und fand in einem Restaurant in Rom ein Innengerät der besonders künstlerischen Art. Der Besitzer des Restaurants hatte das Gerät mit einem schönen Goldrahmen geschmückt und so mit der sonstigen Inneneinrichtung optisch verschmelzen lassen. Objektkünstler wie Marcel Duchamp hätten sicher ihre wahre Freude daran gehabt. Schließlich hatte er schon vor 100 Jahren ein Urinoir als Kunstwerk präsentiert – und er war damit quasi der erste TGA-bzw. SHK-Objektkünstler. Sollte das hier abgebildete Klimagerät auch einen Platz im Museum finden, dann kommt hier schon einmal ein Titelvorschlag der KKA-Redaktion „Klimagerät fällt aus dem Rahmen“.

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