Unter anderem macht’s die Wärmeverschiebung

Den Daikin-Planerpreis erhielt in diesem Jahr die HSE Technik GmbH & Co. KG für die energetische Sanierung ihres Hauptgebäudes des Baujahrs 1976 in Darmstadt. Dank der Umbaumaßnahmen sank der Jahres-Endenergiebedarf auf nur noch 13 % der ehedem knapp 1.100 MWh. Der zum dritten mal von Daikin vergebene Planerpreis „für nachhaltige, planerische Projekte sowie Heiz- und Klimakonzepte, die in hohem Maße Primärenergien einsparen“, so die Auslobung, prämierte u.a. das installierte energieeffiziente VRV-Wärmepumpen-Verbundsystem als Ersatz der ansonsten infrage kommenden Gasheizungsanlage. VRV steht für "Variable Refrigerant Volume“ (Variabler Kältemittel-Volumenstrom). Die innovative, dezentrale Technologie gestattet drei Betriebsformen: nur Kühlen oder Heizen mit der Wärmepumpe sowie gleichzeitiges Kühlen und Heizen mit Wärmerückgewinnung.
Die Inverterregelung mit der bedarfsgerechten Leistungsanpassung lässt zu, separat jeden Raum mit dem Wunschklima des Nutzers zu bedienen. Selbstverständlich bleibt trotzdem die Option einer zentralen Überwachung aller Raumkonditionen mittels Gebäudeleitrechner erhalten – wie im HSE-Gebäude auch realisiert.
 
Die Daikin Germany GmbH, Tochter der Daikin Industries Ltd. (Osaka/Japan), sieht sich mit 140 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 110 Mio. € (2011/2012) in Deutschland nach eigenen Aussagen als Marktführer auf dem Gebiet der Split- und VRV-Klimatechnologie. Die bot sich für den Einsatz bei HSE auch wegen der quadratischen Gebäudeanordnung mit Innenhof an: Die interne Wärmerückgewinnung im Daikin-System hat unter anderem die Wärmeverschiebung zum Ziel. So kann in Darmstadt, Dornheimer Weg, die in der Übergangszeit einfallende Sonnenenergie optimal den verschatteten Fassadenflächen gegenüber zugeführt werden.  
Und die Abwärme der EDV beheizt andere Bürobereiche. Konkret: Die im Untergeschoss befindlichen Serverräume geben ganzjährlich eine Wärmelast von 100 kW ab. Dieser „Verlust“ fließt heute mittels VRV als Heizenergie in die darüber liegenden Büroräume. In der Vergangenheit ging diese Abwärme tatsächlich als Abluft verloren. In den Räumen tat vorher eine äußerst ineffektive Elektro-Widerstandsheizung Dienst. Das Energieeinsparpotential allein dieser Maßnahme liegt bei über 70 %.
 
Bilanz der Sanierung
 
Hauptgebäude HSE, Darmstadt:  
- Reduzierung des Endenergiebedarfs auf 13 %. Bei Berücksichtigung der Photovoltaikanlage mindert sich der Endenergiebedarf um weitere 3 %. Konkret: Ist-Zustand: 346 kWh/m²a inkl. Beleuchtung. Saniert: 87 kWh/m²a inkl. Beleuchtung. Mit dieser Maßnahme werden die Anforderungen der EnEV 2009
für einen Neubau um 12 % und die Anforderungen für einen modernisierten Altbau sogar um 37 % unterschritten.
 
- Die Sanierungsmaßnahme des Bürogebäudes verlängert den Lebenszyklus des Gebäudes um weitere 30 Jahre. Unter Berücksichtigung der sowieso durchzuführenden notwendigen Instandsetzungen errechnet sich eine Amortisationszeit von 14 Jahren.  
- Vor allem die leichte Umsetzung der Sanierung auch auf andere Gebäude wurde bei der Verleihung des Daikin-Planerpreises 2012 hervorgehoben.
 
Planung und Ausführung lagen zum größten Teil in den Händen der HSE Technik GmbH & Co. KG, eine Tochtergesellschaft der HSE AG (nachhaltiger Energieversorger in Südhessen). Die HSE Technik plant, baut und betreibt moderne Versorgungsnetze für Strom, Gas, Wasser, Wärme und Kälte sowie Anlagen für eine umweltfreundliche Energieerzeugung und für Klima- und Kältetechnik. Sie beschäftigt ca. 1.000 Mitarbeiter.  
Die HSE Technik (www.hsetechnik.de ) profitiert unter anderem von der Mitgliedschaft in der Omnium Technic. Dieser Verbund von großen Anlagenbauern mit Know-how in der Gebäude- und Energietechnik leistet untereinander Hilfe zur Selbsthilfe – das ist die Idee, die hinter der Vereinigung steht: Die Firmen der Omnium Technic (www.omnium-technic.com ) unterstützen und bereichern sich an Kompetenz unter anderem durch einen intensiven Erfahrungs- und Gedankenaustausch. Sie qualifizieren sich so für Projekte, die mehrheitlich über die Möglichkeiten eines unvernetzten Betriebs hinaus gehen.

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