Klimatisierung eines Kulturdenkmals

Sanierung des historischen „Güterbodens“ in Radebeul

Der historische „Güterboden“ ist ein Kulturdenkmal und eine multifunktionale Eventlocation in Radebeul bei Dresden. Heute ist er ein Bestandteil des Tagungszentrums der Sächsischen Wirtschaft. Für die aufwändige und detailgetreue Sanierung wurde dieses 1900 erbaute und 2006 aufwändig sanierte Bauwerk mit dem „Radebeuler Bauherrenpreis“ ausgezeichnet. Zur technischen Ausstattung des Gebäudes gehört nun auch eine moderne Klimaanlage.

Mit seiner beeindruckenden Architektur und Größe ist der „Güterboden“ für Veranstaltungen jeglicher Art von Fachkongressen bis Gala­dinnern prädestiniert. Das Gebäude hat eine Gesamtlänge von fast 100 m und eine Gesamtgröße vom 800 m2, ein Schmalspur-Ladegleis führt direkt in den „Güterboden“ hinein. Zwei Original-Lokomotiven und Waggons stehen zur Besichtigung und Nutzung bereit.

Dieses Kulturdenkmal verbindet ein einzigartiges historisches Ambiente mit einer modernen technischen Ausstattung, zu der seit Neuestem eine leistungsstarke Klimaanlage von Hitachi gehört. Im Rahmen der Projektierung galt es, mehrere Anforderungen zu erfüllen. Zum einen sollten die Vorgaben des Denkmalschutzes eingehalten werden. Zum anderen sollte die im Gebäudeinneren installierte Technik möglichst unauffällig, leise und zugfrei sein. Angesichts der vielen fest verplanten Veranstaltungen sollte zudem die Installation im laufenden Betrieb erfolgen und das montierte Klimasystem über eine Steuerung verfügen, die großen Menschenmassen und hohen Temperaturen gerecht wird.

Leistungsstarke VRF-Außeneinheiten

Bei der Wahl des Klimasystems fiel die Wahl auf eine VRF-Klimaanlage von Hitachi und die Außeneinheiten der neuen „Sigma“-Serie. Diese Außeneinheiten wurden speziell für eine einfachere Installation, Inbetriebnahme und Wartung „neu“ entwickelt. Die flexible und modulare Systembauweise ermöglicht dabei höhere Leistungen mit weniger Einzelmodulen; das bedeutet weniger Platzbedarf, weniger Rohrverbindungen und ein installationsfreundliches Erlebnis. Die verbesserte Energieeffizienz wird durch einen neuen DC-Inverter-Scrollverdichter, einen neuen Wärmetauscher, der die Form eines Sigma hat, sowie ein neues Lüfter­design für die Verbesserung des Luftstroms erreicht. Die verwendete Isolierung macht die Installation einer Kondensatwanne überflüssig. Ebenso wird die Flüssigkeitsleitung direkt zur Inneneinheit geführt. Das bedeutet: weniger Anschlüsse und damit eine einfache und wirtschaftliche Installation.  Alle Außengeräte sind kompatibel mit den „SystemFree“-Innengeräten, einschließlich der „HydroFree“-Wassermodule.

Die Einzelmodule sind von 22,4 kW bis 67,0 kW Kältenennleistung bei der Standardversion und von 14,0 kW bis 50,0 kW bei der „High COP“-Version verfügbar. Es können max. bis zu vier Module kombiniert werden, so dass bei der Standardversion eine max. Kältenennleistung von 268,0 kW erreicht werden kann, bei der „High COP“ bis zu 201,0 kW Leistung möglich sind.

Smooth Drive Control ist in 0,1 Hz-Schritten möglich, so dass der Kältemittelmassenstrom im System noch feiner und effizienter geregelt werden kann. Systeme können bis zu einem Höhenunterschied von 110 m zwischen Innen- und Außengerät aufgebaut werden. Standardmäßig steht ein statischer Druck von bis zu 80 Pa an den neuen Lüftereinheiten zur Verfügung, die bekannte 2- oder 3-Leiter Technik wurde bei der „Sigma“ beibehalten.

Unterdeckengeräte für ein Kühlen ohne Zugerscheinungen

Die Herausforderung bei der Klimatisierung im „Güterboden“ war die optimale und möglichst „unsichtbare“ Integration der zwölf Innengeräte in die historischen Einbauten, was durch die Lackierung der Unterdeckengeräte in dem Farbton DB703 sehr gut gelang. Diese flüsterleisen Klimageräte bieten nicht nur niedrige Geräuschemissionen: Hohe Effizienz, ein modernes Design sowie eine leichte Montage gehören zu weiteren Vorteilen dieser Geräte. Dabei sind die Rohrleitungsanschlüsse frei zugänglich und verhelfen dadurch zu einem unkomplizierten Anschluss der Leitungen, die in diesem Fall durch Blechmantel in Kupferfarbe den Charme der Technik des 20. Jahrhunderts überzeugend einfangen.

Die Wurfweite der Geräte sorgt dabei für ein optimales „Leichtes Kühlen ohne Zugerscheinungen“. In der niedrigsten Lüftungsstufe hat das am häufigsten eingesetzte Gerät dieser Serie mit 5 kW Kühlleistung einen Schalldruckpegel von gerade einmal 28 dB(A). Es eignet sich daher besonders für den Einsatz in Räumen, in denen ein geräuscharmer Betrieb essenziell ist. Ermöglicht wird dies durch Radialventilatoren, die besonders ruhige Laufeigenschaften aufweisen.

Der energieeffiziente Betrieb der Geräte kann durch einen optional integrierbaren Bewegungssensor noch gesteigert werden. Dieser erkennt, ob sich Menschen im Raum aufhalten und passt entsprechend die Leistung an. Je nach Personenanzahl wird die Belüftung automatisch verstärkt oder reduziert, wodurch eine Einsparung im Kühlbetrieb bis zu 14 % erreicht wird. Befinden sich keine Personen im Raum, schaltet sich das Gerät vollständig aus und setzt sich automatisch wieder in Gang, sobald es eine Bewegung registriert. Für Orte mit schwankendem Publikumsverkehr – und genau dies ist in diesem Objekt gegeben – ist der Einsatz dieser Geräte ideal.

Schnelle und termingerechte Ausführung

Die Positionierung der beiden VRF-Außengeräte erfolgte in Absprache mit dem Denkmalamt ebenerdig rechts und links vom Eingangstor, dabei entspricht die Farbe der Maschinen genau der des Sichtbetons. Eine vorher angedachte Verblendung wurde hinfällig. Um die Klimatechnik den Events und der entsprechenden Hallennutzung anzupassen, wurde ein Touch-Controller für eine komfortable Systemsteuerung integriert, der die Anlage in drei Bereiche einteilt und optimal steuert.

Der Hitachi-Fachpartner Kristall Kälte- und Klimaanlagen GmbH aus Radebeul hat die Anlage termingerecht trotz reichlicher Veranstaltungen im Eventbereich montiert. Bereits der erste Härtetest bei 39 °C war für die Anlage kein Problem, die Veranstaltung wurde mit Inspiration und Konzentration ohne Transpiration zum vollen Erfolg.

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