Temporäre MRT-Kühlung mit mobiler Kältezentrale

Neuer 3-Tesla-MRT für Universitätsmedizin in Halle

Nach Anschaffung eines neuen MRT für die Universitätsmedizin Halle übernahm eine mobile Mietkältezentrale übergangsweise dessen Kühlung bis zur Inbetriebnahme der neu installierten Kälteanlage. Ein Bericht aus der Praxis.

Die Grundlagenforschung in der Onkologie, der Herz-Kreislauf-Medizin, der Alternsmedizin und weiterer Bereiche der Universitätsmedizin Halle bekam für ihre neue Forschungs-Core Facility Unterstützung in Form eines neuen, hochmodernen 3-Tesla-Ganzkörper-Magnetre­­so­nanztomographen (MRT), der hochaufgelöste Bilder liefert und mit feinsten Sensoren ausgestattet ist. Der MRT besitzt verschiedene, erst seit kurzem verfügbare Komponenten und Aufnahmetechniken, eine hohe Magnetfeldstärke von 3 Tesla, ein leistungsstarkes Gradientensystem und verschiedene anatomie- und anwendungsadaptierte biometrische Sensoren, die dafür sorgen, dass die entsprechende Bildqualität vorhanden ist, um kleinste Veränderungen und Strukturen zu erkennen.

Kälteanlage noch nicht betriebs­bereit

Nur bei einer sachgemäßen Kühlung der ­Supraleiter des Kernspintomographen kann das für die Datengewinnung notwendige Magnetfeld erzeugt werden. Ohne Kühlung könnte der Magnet zerstört werden. Daher wurde die Caverion Deutschland GmbH, Dienstleister für technische Gebäudeaus­rüstung, mit der Neuinstallation einer Kälteanlage beauftragt. Caverion ist unter anderem auf die Planung, Installation und Wartung von Kälte- und Kühltechnik spezialisiert. Bei Anlieferung des neuen MRT im September 2021 war die neu in­stallierte ­Kälteanlage noch nicht funktionsfähig. ­Daher kümmerte sich das Team von ­Caverion um eine temporäre, provisorische Kühlung.

Übergangsversorgung durch mobile Kältezentrale

Die Übergangsversorgung konnte durch die Anmietung einer mobilen Kältezentrale beim Vermietungsspezialisten Hotmobil Leipzig gelöst werden. „Wir haben bereits in früheren Projekten mit Hotmobil gut zusammengearbeitet und wussten, dass wir dort die passende Kältezentrale mieten können.“, berichtete Denis Zettel, verantwortlicher Projektleiter bei Caverion, der sich über das Vorhaben mit dem Hotmobil-Kundenberater Alexander Wiesböck beriet.

Die mobile Kältezentrale mit einer Kälte­leistung von 100 kW, passende Verbindungsschläuche und weiteres Zubehör wurde von den Servicetechnikern der Hotmobil-Niederlassung Leipzig angeliefert. ­Caverion manövrierte die Mietkälte-Anlage mit einem Kran über das Versorgungsgebäude und ­platzierte sie direkt vor dem Gebäude, in dem der MRT aufgestellt wurde. Dank der korrosionsbeständigen Ausführung der Kältezentrale war eine Aufstellung im Freien möglich. Caverion hatte die Anschlussleitungen und die Stromversorgung bereits bauseitig vorbereitet, sodass die mobile Kältezentrale von den Hotmobil-Servicetechnikern umgehend in Betrieb genommen werden konnte. Durch den dreimonatigen Einsatz der mobilen Kältezentrale konnte Caverion die neue Kälteanlage ohne Zeitdruck installieren, während der Forschungs-MRT bereits für erste Projekte eingesetzt werden konnte.

Leistungsfähiger mobiler ­Kalt­wassersatz

Bei der eingesetzten mobilen Kältezentrale handelte es sich um einen luftgekühlten Kaltwassersatz mit effizienten Scroll-Verdichtern, einer vergrößerten Oberfläche des Verflüssigers und einem Plattenverdampfer mit geringerem Druckabfall und einer geringeren Kältemittelfüllung. Hierdurch ist ein Betrieb mit geringen Betriebskosten und einer niedrigen Umweltbelastung möglich. Aufgrund der erforderlichen niedrigen Temperatur zur Kühlung der Supraleiter des MRT wurde die Kältezentrale von Caverion mit Glykol befüllt.

Hotmobil zählt mit weit über 1.600 eigenen, mobilen Anlagen in den Bereichen Wärme, Kälte und Dampf zu den führenden Vermietern in Deutschland. Das 1994 gegründete Unternehmen gilt Dank elf eigener Niederlassungen in der DACH-Region und kompetenten Fachberatern, die rund um die Uhr erreichbar sind, als besonders serviceorientiert und leistungsfähig. In jedem Fall ist auf Hotmobil Verlass – das bestätigen zufriedene Kunden jeden Tag aufs Neue.

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