R22-Ausstieg nicht vergessen

Mit exakt dieser Überschrift warb die KKA im Editorial der Ausgabe 2/2006 dafür, das bevorstehende Verbot für die Verwendung von neuem HFCKW zu Reparatur- und Wartungszwecken ab dem Jahr 2010 nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Schon 2006 hatte ich vorgerechnet, dass selbst bei einer zügigen und kontinuierlichen Umstellung aller R22-Anlagen die Zeit knapp werden könnte, um alle in Deutschland installierten Anlagen rechtzeitig umzustellen, bzw. gegen Neuanlagen auszutauschen. Fakt ist nach wie vor:  Ab 2010 steht nur noch recyceltes R22 zur Verfügung und – hierfür muss man kein Prophet sein – dieses Kältemittel wird nicht in ausreichendem Maße für alle noch in Betrieb befindlichen R22-Anlagen ausreichen. Und erst recht wird es nicht zu Preisen verfügbar sein, wie wir sie heute gewohnt sind. Das Ende des R22-Zeitalters ist preislich ja auch schon heute zu spüren, denn die Kältemittellieferanten haben schon seit einiger Zeit damit begonnen, ihre Produktion zu senken und – damit verbunden – die Preise anzuheben.

Nun sind drei Jahre ins Land gegangen und was hat sich getan? Zu wenig! Doch weder Hersteller von Kälte- und Klimaanlagen, noch Kältemittel-Produzenten, noch das Handwerk müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, sie hätten zu wenig Aufklärungsarbeit geleistet. Gebetsmühlenartig hat die Branche die Betreiber von Kälte- und Klimaanlagen auf das bevorstehende Verbot hingewiesen. Auch die Fachpresse hat ihr Scherflein dazu betragen: In der KKA konnte man in nahezu jeder Ausgabe einen Artikel über die erfolgreiche Umrüstung bzw. Erneuerung von R22-Altanlagen lesen.

Doch nach wie vor warten viele Betreiber unverständlicher Weise einfach ab, bzw. scheuen vor den Investitionskosten einer neuen Anlage bzw. der Umrüstung zurück. Die Situation ist durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise noch verschärft worden, denn wer vor zwei Jahren das Geld für eine Umrüstung nicht beisammen hatte, dem wird es heute doppelt schwer fallen zu investieren. Doch es hilft auch nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Einen Aufschub der Ausstiegszeiten aus wirtschaftlichen Gründen wird auch eine Bundesregierung ohne grüne Beteiligung nicht gewähren. 

Nutzen Sie als Kältefachbetrieb daher das verbleibende halbe Jahr und setzen Sie noch einmal alles daran, Ihren Kunden die Brisanz des R22-Verbots zu verdeutlichen. Vermeiden Sie dadurch auch jeden Vorwurf Ihrer Kunden, Sie hätten sie nicht ausreichend informiert. Denn wer als Betreiber 2010 vor seiner defekten Kälteanlage steht, wird sich sicher taub stellen, wenn Sie als Servicepartner behaupten, sie hätten ihn doch schon vor Jahren auf das R22-Verbot hingewiesen.

Ihr Christoph Brauneis

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